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...Die Buchholzer
erlebten einen grandiosen Abend mit dem 1992 gegründeten „Trio
Vivente": Kammermusik in höchster Vollendung. Den drei
Damen Jutta Ernst (Klavier), Anne Katharina Schreiber
(Violine) und Kristin von der Goltz (Violoncello)
gelang es in bestechender Manier, die Besonderheiten
der vier aufgeführten
Klaviertrios herauszukristallisieren.
Joseph Haydns C-Dur-Trio Hob. XV: 27 erklang spritzig
und wunderbar federleicht - den Damen war hier die Musizierlust sofort
anzumerken. Besonders das Presto-Finale wirbelte keck vorüber.
Bohuslav Martinu (1890-1959) ist als Vielschreiber verschrien, doch
in den „Cinq Pièces brèves" verblüffte der Tscheche
mit traurigen, herben Klängen voller Tiefe. Diese moderne Spielmusik
(was nicht abwertend gemeint ist!) ging das „Trio Vivente" mit
dem nötigen Ernst an.
...Die meisterliche, hochsensible Interpretation der „Fremden
Szene III" des 1951 geborenen Wolfgang Rihm war wohl
für jeden im Saal eine besondere Hörerfahrung.
Eines der genialsten Klaviertrios der Musikgeschichte
stand am krönenden Ende des Programms: das Trio von Maurice Ravel,
Schulbeispiel des Spätimpressionismus. Anne Katharina Schreibers
entrückter Geigenton traf hier auf Kristin von der Goltz' sonores
Cello und Jutta Ernsts geschmeidigen Anschlag. Das grimmig-skurrile
Scherzo „Pantoum", die trostlos-fahlen Klänge der
langsamen Passacaglia und das rhythmische Feuer des Finales kamen
mustergültig über die Rampe. Bravo!
Harburger Anzeigen und Nachrichten, Mo. 26.04.2004

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