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...Die Geigerin
Anna-Katharina Schreiber und die Cellistin Kristin
von der Goltz... brachten
die Kammermusik von Haydn bis Ravel aufs Schönste zur Geltung.
Statt dick aufgetragenem Vibrato war hier ein filigranes,
transparentes Musizieren zu hören, perfekt aufeinander abgestimmt.
Als ideale Dritte im Bunde erwies sich die Pianistin
Jutta Ernst, die mit schönem,
runden Anschlag und nuancierter Interpretation wesentlichen
Anteil am hervorragenden Zusammenspiel des Trios
hatte.
Das Trio Vivente zeigte im Klaviertrio in g-Moll, wie
Haydn zum Klingen gebracht werden kann, nämlich in einer unaufgeregten,
luftig und lebendig musizierten, stilsicheren Wiedergabe.
Musikalität und Spielfreude standen auch hinter der
außerordentlich feinsinnigen Interpretation
von Ravels Klaviertrio. Meisterhaft entfalteten die
Musikerinnen die schwebende Stimmung des Kopfsatzes.
Trocken und spritzig artikulierten
sie den zweiten Satz, „Pantoum". Innere Spannung und weiten
Atem verliehen sie der Passacaille, im quirligen Finale
lösten
sie diese Spannung wieder auf.
Einen jeweils eigenen, treffenden Tonfall fand das
Trio Vivente für jedes der gespielten Stücke, ob Klassik,
Impressionismus oder die Romantik des d-Moll-Klaviertrios
von Mendelssohn Bartholdy. Im Kopfsatz sorgte das Trio für eine
glückliche
Verbindung von mitreißender Emphase und lyrischer Idylle. Dabei
spielten die Musikerinnen flüssig, ohne über Details hinwegzugehen.
Gerade das Andante lebte von der ausgefeilten Phrasierung
und Akzentuierung im Spiel des Trios.
Das typische Mendelssohn-Scherzo gaben die Musikerinnen
nicht - wie weithin üblich - dahin huschend, sondern sehr dezidiert.
Dem Finalsatz verliehen sie federnde Rhythmik und ein klug aufgebautes
Wechselspiel zwischen leidenschaftlichen Steigerungen und weich abgefederter
Schattierung. In der Zugabe, einem übermütig musizierten,
fröhlichen Finalsatz, kehrte das Trio Vivente zu Haydn zurück.
Rheinpfalz Regional, 25.03.2003

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