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Das ist eine
in jeder Hinsicht erfreuliche, rundum gelungene Produktion:
Es werden selten eingespielte Werke bedacht - beim „Musikalischen
Blumengärtlein" handelt
es sich sogar um eine Ersteinspielung -. die außerordentlich
sorgfältig interpretiert werden und alle Musiker als Meister
ihres Instruments ausweisen; die Aufnahmetechnik
kann in ihrer Prägnanz
und Klangtreue als ideal gelten; die phantasievolle
graphische Gestaltung des Booklets paraphrasiert
auf ihre Art die Hindernithschen Werktitel,
und der ungenannte Verfasser des Booklet-Textes
steuert einen ebenso kenntnisreichen wie engagierten
und originellen Beitrag bei. Man
merkt sogleich, mit wie viel Begeisterung alle an
dieser Produktion Beteiligten bei der Sache waren!
...Die parodistische Wirkung stellt
sich schon durch die seltsame Besetzung der Stücke mit Klarinette
und Kontrabass ein; glücklicherweise wird sie von Dirk Altmann
und Martin Dobner keinesfalls etwa durch Übertreibungen ins Plumpe
oder Kalauerhafte vergröbert, in solcher Nachbarschaft gewinnen
auf einmal auch die Kontrabass-Sonate und die Klarinetten-Sonate
fast unmerklich wenn
nicht parodistische, so doch unterhaltsame und vergnügliche
Züge.
Diese Musik ist in solch blendender, zugleich eleganter
und zupackender Interpretation niemals spröde, trocken oder bieder,
sondern prägnant,
verschmitzt und unaufdringlich-gediegen -. Kammermusik
für Kenner
zum entspannten Genießen. Auch die Tanzstücke op, 19 für
Klavier, die Hindemith 1920 ganz im „Grotesken"-Stil der
Zeit so kunstlos wie nur möglich komponiert hat, verlebendigt
Jutta Ernst durch pianistische Sensibilität. Sie spielt nicht „unbeholfen" -
so eine Spielvorschrift - sondern macht die „Unbeholfenheit
als musikalisches Ausdrucksmittel einer Zeit erfahrbar,
die in den Trümmern des Ersten Weltkrieges nach innerem und äußerem
Halt suchte.
FonoForum 10/97, Giselher Schubert

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