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...Mit Mozarts Divertimento B-Dur KV 254 zum Auftakt
ein schön und leicht gespieltes Stück, das dem Publikum
sichtlich Spaß macht. Drei Sätze in brillanter Kompositionstechnik,
exakt und voller Freude interpretiert...
Wolfgang Rihms „Fremde Szene II", in den Jahren 1983
und 1984 entstanden, stellte scheinbar alles auf den Kopf, was man
von Altmeister Mozart zuvor gehört hatte. Die Abfolge von dissonanten
Tonreihen mit beinahe monumental wirkenden Klangkonstruktionen schuf
Spannung und lud zum neugierigen Zuhören ein.
Im zweiten Teil erklang Dmitri Schostakowitschs 2.
Klaviertrio op. 67, das vor dem Hintergrund von Krieg und Trauer
im Jahre 1944 entstanden ist. Nicht nur der Einfluss der Belagerung
Leningrads spielte bei der Komposition eine Rolle, auch der Verlust
von persönlichen Freunden drängte Schostakowitsch zu diesem
beinahe asketischen Stück, das sich jeder schönfärberischen
Interpretation widersetzt. Da geht es um Endzeit-Bewusstsein und
zugleich um das Verschmelzen von äußerster geistiger
Durchdringung und höchster technischer Fertigkeit. Die drei
Musikerinnen bewiesen mit dem rund halbstündigen Vortrag, welch
meisterhaftes Einfühlungsvermögen in die Literatur des
20. Jahrhunderts in ihnen wohnt. Heftige Rhythmen mit Klavier und
den Pizzicati der Streichinstrumente wechselten ab mit sanften,
versöhnlichen Passagen. Das Trio verstand es, in allen vier
Sätzen den Spannungsbogen straff gespannt zu halten. So wurde
das Zuhören zu einem ebenso angenehmen wie anstrengenden Erlebnis.
Die Zugabe diente quasi als Erholung, wie die Musikerinnen kommentierten.
Und was wäre dafür besser geeignet gewesen als ein brillant
gespieltes Divertimento von Haydn?
Die Rheinpfalz, 05.03.2002
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