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...Das 1992
gegründete
Trio Vivente machte seinem Namen am Donnerstag alle
Ehre, als es Ravels gern verzärteltem Trio neues, raueres Leben
einhauchte.
Die sonst eher zaghaft befolgten Rubati nahm das Trio
beim Wort, mit einer nuanciert durchgearbeiteten Farbpalette wechselten
sie vom fast brutalen, atemberaubend schönen Fortissimo mit ekstatisch
schwellenden Trillerketten zu zerbrechlich feiner Tristesse, so dass
sich im Pfleghofsaal niemand zu rühren wagte. Seine intelligente
Einfühlungsgabe und hochbegabte Musikalität machen das Trio
Vivente zum Geheimtipp: So breit ihr Repertoire, so unbegrenzt ist
ihre Ausdrucksvielfalt.
...Debussys langverschollenes Jugendwerk
brachten die Musikerinnen in perfekt eingespielter
Kommunikation zum Tanzen. Im ideal ausbalancierten
Ensembleklang mit plastisch profilierten
Phrasen federte Jutta Ernst das Forte geschmeidig in
den Handgelenken ab, das jeu perlé leicht verhangen wie schimmerndes
Perlmutt. Das Pizzicato der Streicher war weich und
voll, blieb auch im Sforzato
rund.
Anne Katharina Schreiber brillierte auf der Violine
mit einem zentrierten, wandlungsfähigen Timbre, Kristin von der
Goltz begeisterte auf dem Cello durch ihren farbenreichen, warmen
Ton. Saint-Saens F-Dur-Trio beendete das Programm in schwelgerischem
Glanz. Bei diesem interpretatorisch und körperlich anspruchsvollen
Programm bewahrte das Trio seine konzentrierte Spannung, kreative
Energie und Spontaneität.
Zwei überwältigend vitale Haydn-Interpretationen als
Zugaben öffneten
ein ganz neues Kapitel und machten so viel Lust auf
mehr, dass man gleich noch ein Haydn-Konzert mitgenommen
hätte.
Aber davon hoffentlich demnächst mehr.
Schwäbisches Tagblatt, 07.12.2002

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