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Jutta Ernst
(Klavier), Anne Katharina Schreiber (Violine) und Kristin von der
Goltz (Violoncello), die zusammen das „Trio Vivente" bilden,
spielten Kammerwerke von Schubert und Brahms und bewiesen eindrücklich,
dass ihre kürzlichen Erfolge in Weimar und Mettlach nicht zufälliger
Natur sind.
Die Hörer konnten nicht genug darüber staunen, mit welcher
Selbstverständlichkeit die Interpretinnen die vielen technischen
Tücken bewältigten. So in Schuberts anspruchsvollem Trio
in Es-Dur D 929, das nicht nur durch seine „himmlischen Längen" höchste
Konzentration beansprucht. Alle Instrumente sind vom Komponisten ausgewogen
mit wichtigen Stimmen bedacht. Der Klavierpart, von Jutta Ernst mit
weichem Anschlag flüssig gestaltet, konzertiert eindringlich
mit beiden Streichern, die in etlichen Unisonostellen liedhafte Melodien
modellieren. Schreiber und Goltz beeindruckten durch fabelhafte Intonation,
absolute Reinheit des Klanges und technische Perfektion, die ihre
Instrumente in allen Lagen zu voller Klangschönheit erblühen
ließen.
Wurde der „romantische" Charakter bei Schubert voll getroffen,
so vermochten die Künstlerinnen in Brahms' Trio C-Dur op. 87
den verhaltenen und etwas spröden Grundtenor des Stückes
durch witziges und aufgeräumtes Spiel aufzuhellen. So gelöst
hört man Brahms nicht alle Tage. Das Allegro mit wörtlicher
Reprise melodisch groß gesteigert, das Scherzo als schemenhaft
vorüberhuschender Pianissimo-Spuk, das Finale, eine Art Sonatensatz,
als große strahlende Schluss-Apotheose. Geige und Cello begeisterten
mit zartem Schmelz, während der etwas „dicke" Klaviersatz
durch Ernsts einfühlsames Spiel an Strenge verlor. Ein in jeder
Beziehung schönes Konzert mit viel Schlussapplaus.
Saarbrücker Zeitung, 17.09.1999
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