Programmvorschläge


Programm-Vorschlag 1: Ach, von denen gibt's auch Trios? C.P.E. Bach, H. Liebmann, F. Chopin

C. Ph. E. Bachs selten gehörte Klaviertrios ergänzen sich in ihrem vitalen affektgeladenen Duktus wunderbar mit dem originellen Stil von Helene Liebmanns Trio. Über die 1795 in Berlin geborene Komponistin weiß man heute nur wenig. Mit 11 Jahren trat sie erstmals öffentlich auf und heiratete einen Kaufmann, mit dem sie nach London und später Hamburg auswanderte. Nach 1859 verliert sich ihre Spur.
Ihre Werke, alle in jungen Jahren entstanden, waren sehr beliebt. Frédéric Chopin z.B. war von ihrer populären Cellosonate nachhaltig beeindruckt. Der Variationssatz über „La ci darem la mano“ (aus Mozarts „Don Giovanni“) regte ihn zu seinen Variationen op.2 an.

C.Ph.E. Bach, Sonate e-moll Wq 89 Nr. 5
Helene Liebmann, Grand Trio op. 11
Franz Schubert, Trio Es-Dur D 929

L.v. Beethoven, Trio op. 1,2 G-Dur
Helene Liebmann, Grand Trio op. 11
Frédéric Chopin, Trio op. 8 g-moll


Programm-Vorschlag 2: Wien - Verklärte Nacht

Arnold Schönberg (1874-1951) schrieb sein Streichsextett 'Verklärte Nacht' op.4 1899, lange bevor er sich von der Dur-Moll-Tonalität abwendete und die Zwölftontechnik entwickelte. Dem spätromantischen Werk liegt das gleichnamige Gedicht von Richard Dehmel zugrunde. Seine Form entspricht einer programmatischen Symphonischen Dichtung. Eduard Steuermann, Schönbergs Schüler und ausgewiesener Klavierinterpret der Zweiten Wiener Schule, bearbeitete das populäre Stück für Klaviertrio. In seiner Version gewinnt die musikalische Struktur an Klarheit und eröffnet so einen neuen Zugang. Ursula Illerts Rezitation stimmt die Hörer auf das Werk ein.

L.v. Beethoven, Trio B-Dur WoO 39
Arnold Schönberg, Verklärte Nacht op.4
Franz Schubert, Trio Es-Dur D 929

Joseph Haydn, Trio in es HOB XV:31
Arnold Schönberg, Verklärte Nacht op.4
L.v. Beethoven, Trio op. 97 B-Dur


Programm-Vorschlag 3: Mieczyslaw Weinberg und die Mendelssohn

Der polnisch-jüdische Komponist Mieczyslaw Weinberg , geboren 1919 in Warschau, starb nach einem ungeheuer arbeitsamen Leben 1996 in Moskau. Das Leid, das er auf seiner Flucht vor den Nazis erfahren musste, prägte seine Werke sehr stark. Als guter Freund und geschätzter Kollege von Dmitri Schostakowitsch war er in der Sowjetunion ein anerkannter Komponist, im Westen aber lange Zeit wenig bekannt. Erst in den letzten Jahren wird auch bei uns sein umfangreiches Werk zunehmend gewürdigt. Sein einziges Klaviertrio ist von ergreifender Expressivität und eine wunderbare Bereicherung des Triorepertoires.

Joseph Haydn, Trio in Es HOB XV:29
Mieczyslaw Weinberg, Trio op. 24 (1943)
Felix Mendelssohn-Bartholdy, Trio op. 49 d-moll

Fanny Hensel, Trio op. 6 F-Dur
Mieczyslaw Weinberg, Trio op. 24 (1943)
Felix Mendelssohn-Bartholdy, Trio op. 66 c-moll


Programm-Vorschlag 4: Unsere Programmklassiker

1. Joseph Haydn, Trio in Es HOB XV/29
Alfred Schnittke, Trio für Klavier, Violine u. Violoncello (1985/1992)
Johannes Brahms, Trio op. 101 c-moll

2. Camille Saint-Saëns, Trio F-Dur op. 18
Gabriel Fauré, Klaviertrio op.120
Maurice Ravel, Trio pour Violon, Violoncelle et Piano

3. Woldemar Bargiel, Trio op.6 F-Dur, Robert Schumann gewidmet
Robert Schumann, Trio op. 63 d-moll
Johannes Brahms, Trio op. 87 C-Dur

4. Joseph Haydn, Trio in B HOB XV: 20
L. v. Beethoven, Trio op.70,2 ES-Dur
Franz Schubert, Trio B-Dur D 898

5. W. A. Mozart, Trio E-Dur KV 542
D. Schostakowitsch, Trio Nr.2 e-moll op.67
Johannes Brahms, Trio H-Dur op.8 (Spätfassung)


Programm-Vorschlag 5: Erweiterte Besetzungen: Quartett und Forelle

Sylvie Altenburger, Professorin für Viola und Kammermusik in Freiburg, bringt als Bratscherin des Rubin-Quartetts und des Trio des Lyres sowie die Zusammenarbeit mit Pierre Boulez, Peter Eötvös, György Kurtag, Pina Bausch, Jörg Wolfgang Jahn u.v.a. reiche Erfahrung mit.
Die junge Kontrabassistin Sophie Lücke spielt als Solobassistin bei Orchestre Les Siècles, Paris, u. der Kammerphilharmonie Bremen und widmet sich intensiv der Kammermusik. Die ehemalige Stipendiatin der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker spielte u.a. bei “Chamber music connects the world” und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern mit Künstlern wie András Schiff und Gidon Kremer.

1. C. Saint-Saëns, Trio Nr.1 F-Dur op.18
Maurice Ravel, Trio pour Violon, Violoncelle et Piano
Gabriel Fauré, Quartett c-moll op.15

2. Franz Schubert, Trio B-Dur D 898
Gioachino Rossini, Duetto für Kontrabass und Violoncello
Franz Schubert, Klavierquintett A-Dur D 667 op.posth.114 "Forellenquintett"

3. Franz Schubert, Trio B-Dur D 898
Franz Schubert, Klavierquintett A-Dur D 667 op.posth.114 "Forellenquintett"


Programm-Vorschlag 6: Musik und Text: Briefe der Geschwister Mendelssohn

Ursula Illert spielte nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt 16 Jahre Theater und wechselte dann als Sprecherin hinter die Mikrofone verschiedener Rundfunk- und Fernsehanstalten. Die Faszination, nur mit der Stimme Menschen erreichen zu können, ist bis heute geblieben. Außer über den Äther oder auf CDs kann man sie live erleben in öffentlichen Lesungen und literarisch-musikalischen Programmen mit Anka Hirsch oder dem Frankfurt Jazztrio.
Richard Dehmels Gedicht 'Verklärte Nacht', spätromantisch vertont von Arnold Schönberg, verleiht sie ihre Stimme ebenso eindrucksvoll wie den Briefen der Geschwister Mendelssohn.

Fanny & Felix
'Die Musik wird für Felix vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbass deines Seins und Tuns werden kann und soll. Beharre in dieser Gesinnung und diesem Betragen, sie sind weiblich, und nur das Weibliche ziert die Frauen.'
(Vater Abraham Mendelssohn an seine Tochter Fanny)

Ausgewählte Briefe bringen uns die Musik Felix Mendelssohn Bartholdys und seiner Schwester Fanny Hensel auf sehr persönliche Art näher.

"Für mich gibt es eigentlich zwei Gattungen von Menschen, Du, und dann die Anderen."
(Fanny an ihren Bruder Felix)